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Die Franco-belgische Schule Wer irgendwann einmal Comics gelesen hat, ist natürlich früher oder später auf die üblichen Verdächtigen gestoßen. Nämlich die "Asterix"-Abenteuer und die Abenteuer von "Tim und Struppi" und "Lucky Luke". Dem etwas breiter Interessierten dürften auch "Gaston" und "Spirou und Fantasio" ein Begriff sein. Viele andere franco-belgische Comic-Serien sind dem Uneingeweihten häufig unbekannt. Und dabei gibt es gerade in diesem Bereich eine Menge künstlerisch wertvoller Comics, die sowohl inhaltlich als auch graphisch durchaus zu überzeugen vermögen. Insbesondere kann man hier auf die klassischen Serien "Alix" , "Der rote Korsar" und "Blake und Mortimer" verweisen, deren Inhalte historischer bzw. abenteuerlicher Art sind. Hinzu kommen auch noch eine Menge Comichelden, die dem deutschen Leser in den 70er-Jahren in erster Linie durch das Magazin "Zack" zugänglich gemacht wurden und deren Zeichner sich zwar im Wesentlichen am franco-belgischen Stil orientiert haben, ihn jedoch auch mit dem Stil spanischer und italienischer Abenteuer-Comics verbunden haben. Im Besonderen kann man hier auf die "Blueberry"-Abenteuer verweisen und auf Serien wie "Andy Morgan", "Bruno Brazil", "Jeremiah", Comanche oder "Thorgal". Doch viele Künstler ließen sich nicht gerne auf Stilrichtungen festlegen und beschritten graphisch und erzählerisch völlig andere Wege. Besonders hochwertig colorierte Comics schuf Enki Bilal, dessen Paneele oft den Charakter von Öl- oder Aquarellbildern aufweisen. Der sparsame Strich von Hugo Pratt hingegen, hat seine Figur "Corto Maltese" unsterblich gemacht, deren im Ursprung schwarz-weiße Abenteuer bereits über die typischen Themen der Unterhaltungscomics hinausgehen und neben hochwertiger Recherche auch viel gestalterisches Fingerspitzengefühl verraten. Die neueren Trends werden wieder vielfach von spanischen und italienischen Künstlern geprägt, wobei man neben Manara auch Gibrat, Berthet und Cadelo nicht vergessen sollte. Frühe Luxusausgaben dieser Zeichner sind bereits heute ausgesprochen begehrt und erzielen häufig ein Mehrfaches des ursprünglichen Ladenpreises. Originalzeichnungen oder gar Originalseiten dieser Künstler sind nahezu unerschwinglich. Will man diese äußerst unterschiedlichen "Kunst-Produkte" im Zusammenhang sehen und daraus einen neuen Trend ablesen, so fällt das schwer. Grundsätzlich kann man immerhin feststellen, dass die europäischen Comics seit der Zeit der 60er und 70er Jahre einerseits zunehmend an Freizügigkeit und erotischer Unbefangenheit gewonnen haben, andererseits aber auch in der Darstellung von Gewalt und Brutalität vielfach grenzüberschreitend sind, was zu Bedenken Anlass gibt. Wenn man das Angebot an Originalseiten aus diesem Bereich betrachtet, so stellt man fest, dass Seiten aus den "klassischen" Serien der 60er und 70er Jahre so gut wie gar nicht angeboten werden. In den seltenen Fällen in denen sie auftauchen, muss der interessierte Sammler oft dicke EURO-Bündel aufwenden, um in den Besitz einer solchen Pretiose zu gelangen. | Franco-Belgische Drachen-Schätze gesucht? |