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Original Comic Art
Comics sind Kunst! Klar! Aber was versteht man nun eigentlich unter "original comic art"? In der Antike war ein Künstler in der Regel ein Handwerker, der den Auftrag erhielt, die Büste oder Statue eines Herrschers (oder Gottes) anzufertigen, um den Untertanen zu zeigen, wem gegenüber sie zu religiöser oder politischer Unterwürfigkeit verpflichtet seien. Zudem sollte ein solches Kunstwerk verhindern, dass der Herrscher nach dem Tode in Vergessenheit geriet.
Demgegenüber stand allerdings schon zu Zeiten des alten Roms die Gebrauchskunst. Künstler schufen bereits vor über 2.000 Jahren Wand- und Bodenmosaike, die Ereignisse aus den griechisch-römischen Götter- und Heldensagen zeigten, teilweise auch mit fortlaufender Handlung – gewissermaßen antike Comicstrips.
Im Mittelalter beschränkte sich das Themenspektrum der bildenden Künste in der Regel auf die Darstellung der Passion Christi, bzw. auf die der Heiligenlegenden.
Im 18. Jahrhundert entstanden dann die so genannten Bilderbögen, oft kunstvoll gestaltete Blätter, die beispielsweise die Geschichte der „schlesischen Kriege“(1740-1763) zeigten und sich durch eine spezielle Falttechnik in einer kleinen Schmuckdose aufbewahren ließen.
Der Beginn der eigentlichen mehrseitigen Comic-Geschichte (zunächst noch ohne Sprechblasen) ist eng mit dem Namen Wilhelm Busch verbunden, einem Landschaftsmaler, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neben dem Klassiker „Max und Moritz“ noch zahlreiche weitere Bildergeschichten schuf.
Den Beginn des 20. Jahrhunderts kennzeichnete u.a. Windsor McCays Klassiker „Little Nemo“, der die Kultur der amerikanischen „sunday pages“ mit begründete. Und etwa zu diesem Zeitpunkt setzt auch die eigentliche mittlerweile mehr als hundertjährige Geschichte der modernen Comic Art ein.
Original comic art (Originalseiten) aus dieser Zeit taucht nur noch äußerst selten auf den internationalen Märkten auf, denn sie hat vielfach bereits ihren Weg in die Museen gefunden. Zudem haben viele Seiten aus dieser Zeit schlichtweg nicht überlebt, da viele Verlage die künstlerischen Vorlagen einfach nach dem Abdruck "entsorgten". Das Bewusstsein, dass hier wirklich Kunst geschaffen worden war, tauchte erst Jahrzehnte später in den Köpfen der Künstler und Leser auf. So kommt es, dass Original Comic Art von Carl Barks nur sehr selten gehandelt wird, da von den von ihm geschaffenen mehreren tausend Originalseiten nur ein Bruchteil der verlagsseitigen Vernichtung entgangen ist.
Andere Künstler wie beispielsweise Hergé haben die von ihnen geschaffenen Seiten stets wie einen Schatz behütet und sie schließlich in einem eigenen Museum zusammengefasst. Originale von Hergé werden fast nie gehandelt und wenn doch, dann zu astronomischen Preisen, die sich mittlerweile der Millionengrenze nähern.
Verfügbarkeit und Popularität eines Künstlers, einer Serie, einer bestimmten Ausgabe oder einer bestimmten Seite wirken sich also auf den Preis aus, der erzielt werden kann.
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