Luxus-Comics - limitierte Schätzchen  

 

Die Geschichte der Comic-Literatur umfasst eine Fülle von Strömungen und Entwicklungen, die zum Teil auf direkten Auswirkungen der aktuellen Kunstrichtungen, zum Teil auch auf den gemeinsamen Ideen einer Hand voll Hobbyzeichner, Cartoonisten oder Journalisten beruhen.     

Ob man die Comicliteratur nun als reine Unterhaltungsliteratur, Schundheftchen oder sogar als "neunte Kunst" wie sie seit den 70er Jahren häufig genannt wird - bezeichnet, sie ist aus dem heutigen Leben einfach nicht mehr wegzudenken. Insbesondere der Werbung dienten die Comicfiguren bereits schon seit fast einem Jahrhundert als zuverlässige Umsatzgaranten.  Wenn eine bekannte Ente im Matrosenanzug für eine Limonade warb oder eine laszive Comicschönheit ihren Mund für eine bekannte Buttermilchmarke öffnete, dann kassierten große Industrieunternehmen nicht schlecht dabei mit.   

Gerade aber, weil es beinahe unzählige Comic-Zeichner mit einem unüberschaubaren Werk von Comic-Serien, Cover-Alben und Autoren-Comics gibt, ist diese Menge ohne fachmännische Unterstützung für den durchschnittlichen Leser ebenso wenig zu überblicken, wie für den spezialisierten Sammler.        

Aus diesem Grund existieren seit längerer Zeit im Internet zahlreiche Seiten, die sich mit den bunten Bildchen und ihren kreativen Schöpfern beschäftigen, und dabei - der besseren Orientierung wegen - ihren Fokus auf bestimmte Serien, Zeiträume, Stilrichtungen oder Zeichner legen, damit der thematisch Interessierte erfährt, dass man die Werke von Bob de Moor der franco-belgischen Schule zuordnet, und Superhelden-Comics in der Regel auch, dem Verlag nach, als  MARVEL- oder DC-Comics bezeichnet werden.

Die ernsthafte Beschäftigung mit der Comicliteratur setzte in Deutschland weitaus später ein als in Frankreich oder den USA.

Denn nach den verheerenden "Schmutz-und-Schund"- Kampagnen der 50er Jahre, die zum Teil in Bücherverbrennungen im Stil der 30er Jahre gipfelten, erschien der erste deutsche Comic-Preiskatalog in der Mitte der 70er Jahre und von da an dauerte es noch immer eine ganze Weile, ehe sich eine wirklich nennenswerte Sammlerszene entwickelte, sodass sich noch heute die größeren Sammler und Händler überwiegend persönlich kennen.       

In den 80er Jahren setzte aber dann auch in Deutschland eine Entwicklung ein, die, wie so häufig, ihre Wurzeln in den USA hatte. Dort waren nämlich bereits seit längerer Zeit limitierte Sonderauflagen, Variant-Comics und signierte Luxusausgaben erschienen,     die häufig ein besonderes Gimmick, in der Regel einen mehr oder weniger hochwertigen, vom Künstler manchmal handsignierten, limitierten Comic-Druck enthielten.    Diese besonderen Comicausgaben waren natürlich in der Regel schon wenige Tage nach ihrem Erscheinen vergriffen oder sogar bereits vor dem eigentlichen Erscheinungstermin durch Vorbestellungen so überzeichnet, dass kein einziges dieser Exemplare erst in den Angebotsregalen der Comic-Händler landete.        

Das überrascht kaum, da die Auflagenhöhen dieser Ausgaben in der Regel zwischen 50 (!!) und 1000 Exemplaren schwankten, der Kaufpreis selten höher als DM 99,00 (etwa 52 Euro) war und ein Nachdruck von vornherein ausgeschlossen war.   Ein Vergleich mit unserem europäischen Comicnachbarn Frankreich macht die Einzigartigkeit dieser deutschen Ausgaben sicherlich deutlich. Nehmen wir beispielsweise die Comicfigur Titeuf, die hierzulande kaum jemand kennt.      

In Deutschland liegt die Auflagenhöhe eines regulären Bandes dieser Serie nur bei wenigen tausend Exemplaren, wohingegen der kleine Kerl in Frankreich bereits eine MILLIONENAUFLAGE (!!) erreicht hat. Und dass, obgleich Frankreich nur 3/4 der Einwohner Deutschlands besitzt!   

Dieser Umstand wiegt natürlich bei "Luxus-Comics" noch schwerer. Die im Ausland oft noch teureren Luxus-Ausgaben haben zur Folge, dass immer mehr ausländische Sammler auf den deutschen Comic-Markt strömen und die hierzulande vergleichsweise preiswerten Luxus-Ausgaben, oft nur wegen des Druckes oder einer bei einer Comicbörse ergatterten Originalzeichnung, zu hohen Preisen kaufen.      

Wer diesen Trend in den vergangenen Jahren verfolgt hat, kann daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass solche Comics als Wertanlage durchaus keine Eintagsfliege bleiben werden.     

Und dabei wird in den kommenden Jahren sicher noch stärker der Wandel der Sammlerkultur von den durchaus raren häufig arg zerfledderten Heftchen der 50er Jahre zu den auflagenschwachen Raritäten der "Alben-Epoche" zu beobachten sein.      
Luxus-Comics sind nun einmal ein Stück Kunstgeschichte zum Anfassen. In einer Zeit, in der Originalseiten namhafter Künstler bereits zu Preisen jenseits der 150.000 Euro gehandelt werden (Bilal), wird der signierte Comic-Druck auch künftig ein hochwertiges Sammelobjekt darstellen.

 

  ZEICHNERSUCHE:

 
BALTSCHEIT
  BARKS
  BENOIT
  BILAL
  BISLEY
  BLANC-DUMONT
  BOURGEON
  BRÖSEL
  BROWNE
  BUSCEMA
  CABANES
  CANIFF
  CAUVIN
  CEFISCHER
  CHAILLET
  CHAN
  CORBEN
  CORTEGGIANI
  CRAENHALS
  CRUMB
  DANY
  DE GROOT
  DE MOOR
  DERIB
  DESBERG
  DON MARTIN
  DON ROSA
  EISNER
  FOSTER
  FRANQUIN
  FRAZETTA
  GIBRAT
  GIMENEZ
  GIRAUD
  GOTTFREDSON
  GRATON
  GRIFFO
  GROENING
  HERGE
  HERMANN
  HERRIMAN
  HOGARTH
  HUBINON
  JACOBS
  JIJÉ
  KALENBACH
  KAUKA
  KIRBY
  KOHLHOFF
  KOHLSAAT
  KÖNIG

  KUIJPERS
  LAWRENCE
  LIBERATORE
  LOISEL
  MALLET
  MANARA
  MANNING
  MARTIN
  MARVANO
  MATTOTTI
  MC CAY
  MEZIERES
  MEYNET
  MILLER
  MOEBIUS
  MOERS
  MORRIS
  MURPHY
 
MURRY
  NICKEL
 
NIEZAB
  PAAPE
  PEDRAZZA
  PEYO
  PICHARD
  PINI
  PRATT
  PUCK
  RABOY
  RAYMOND
  ROBA
  ROSINSKI
  ROSS
 
SCARPA
 
SCHEUER
  SCHMIDT
  SCHULTHEISS
  SCHULZ
  SEGRELLES
  SERON
  SHELTON
  SMITH
  SOKAL
  SULLIVAN
  TABARY
  TIBET
  TILLIEUX
  TOME
  TOONDER
  UDERZO
  VAN HORN
  VANCE
  VANDERSTEEN
  WALTHERY
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  WATTERSON
  WEINBERG

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